Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.









Reichsbahnwagen
2. Klasse mit Postabteil

Gattung: BPostid

Baujahr: 1922

Fabrikant: Waggon- und Maschinenfabrik AG Bautzen vorm. Busch Bautzen


Länge über Puffer: 13.920 mm

Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h

Dienstmasse: 19.500 kg

Achsstand / Anzahl:

8.500 mm / 2

Platzangebot: 28 Sitzplätze in der 2. Klasse


geliefert an: Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft


Eigentümer: Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.


NVR: 75 80 93 - 29 209 - 5 D-EGP

nicht betriebsfähig

Dieses Fahrzeug ist zur Zeit nicht öffentlich ausgestellt und kann auf Anfrage besichtigt werden.


Die Konstruktion des ersten von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) zur Vereinheitlichung des Wagenparks in Auftrag gegebenen Personenzugwagentyps stützt sich auf ähnliche Fahrzeuge verschiedener Länderbahnen. Die Auslieferung der als Di 21 bezeichneten Fahrzeuge begann im Jahre 1921.                       
Dieser Wagen entstand im Jahre 1922 bei der „Waggon- und Maschinenfabrik AG von Busch Bautzen“ in 4. Klasseausführung für die Rbd Erfurt. Dort trug er hintereinander die Bezeichnung 2589, 52 524 und 80 975.                       
Für die Bedienung der Postämter im ländlichen Raum bestand Bedarf an Postabteilen in Reisezugwagen. Aus diesem Grunde entstanden durch Umbau aus Di 21 im Jahre 1930 fünf und im Jahre 1934 weitere 20 Wagen im RAW Karlsruhe.                       
Nach der Fertigstellung 1934 behielt man die Nummer 80 975 Erfurt bei. Die Skizzenbezeichnung lautete jetzt C Postid 21/34.  Bei einer Fahrzeugzählung erscheint der Waggon auf der Liste vom 2. Oktober 1949 in der Rbd Dresden mit Heimatbahnhof Bautzen. Er befand sich wieder in der Stadt, in der er einst entstand.                       
Ab 1958 trug er bei der Deutschen Reichsbahn die nicht ganz korrekte Bezeichnung 311-609.                       
Ende der sechziger Jahre erfolgte die Ausmusterung im Raw Wittenberge und der Verkauf an einen Beschäftigten. In bäuerlichem Besitz und bei entsprechender Nutzung als Stall und Werkstatt überstand er die Zeiten, bis Mitglieder des Vereins „Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin“ e.V. ihn aufspürten und erwarben.                       
In den Jahren 1999/2000 erfolgte durch den Verein Zukunftswerkstatt Schwerin e.V. mit Förderung der  Bundesanstalt für Arbeit, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Schwerin die Aufarbeitung des Wagens.                       
Unter Verwendung von Teilen eines anderen Wagens gleicher Lieferserie entstand in liebevoller Kleinarbeit die originalgetreue Rekonstruktion des Sitz-/Postwagen. Im Fahrgastbereich legten die Eisenbahnfreunde Wert auf die Darstellung der ehemaligen 4. Klasse des Lieferungszustandes von 1922 mit Bretterbänken, Holzgepäckablagen, originalen Gaslampen (aus Sicherheitsgründen elektrisch betrieben) und Wendlerlüfter mit langen Bedienungsstangen. Das Postabteil behielt die ursprünglichen elektrischen Leuchten, die Fenstervergitterung, das Briefsortierregal und die Paketablage des Umbaujahres