Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.










Kleinbahnwagen 2. Klasse

Gattung: Bip

Baujahr: 1928

Fabrikant: Fa. Beuchelt & Co. Grünberg / Schlesien


Länge über Puffer: 12.300 mm

Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h

Dienstmasse: 14.900 kg

Achsstand / Anzahl:

6.500 mm / 2

Platzangebot: 56 Sitzplätze in der 2. Klasse


geliefert an: Halle-Hettstedter-Eisenbahn


Eigentümer: Verkehrsmuseum Dresden - Leihgabe


NVR: 75 80 24 - 29 357 - 6 D-EGP

nicht betriebsfähig

Dieses Fahrzeug ist zur Zeit nicht öffentlich ausgestellt und kann auf Anfrage besichtigt werden.


Dieser Wagen wurde im Jahre 1928 von der „Halle-Hettstedter-Eisenbahn“ (HHE) bei der Firma „Beuchelt & Co Grünberg in Schlesien“ beschafft und als Nummer 41 eingestellt.                       
Beachtenswert ist, dass das Fahrzeug auf Wunsch des Bestellers noch in Holzbauweise mit Blechbeplankung, mit einlösiger Bremse und als CDi Wagen gebaut worden ist. Bei der HHE gingen die Uhren eben langsamer! Wegen ernsthafter Mahnungen der staatlichen Kleinbahnaufsicht endlich die 4. Klasse abzuschaffen, erfolgte 1930 der Umbau in einen reinen 3. Klassewagen.
Nach der Übernahme der HHE im Jahre 1949 durch die DR war die neue Bezeichnung 98 770 Halle. In Anwendung des Umzeichnungsplanes von 1959 bekam der Wagen die Nummer 310-833, die ihn u. a. noch heute als ehemaligen Klein- oder Privatbahnwagen deutscher Herkunft ausweist. Ein Anmieten durch die NVA im Jahre 1972 verhinderte die Verschrottung. Von  einem Abstellgleis in Dresden gelangte er 1978 nach Erfurt, wo er bis 1987 im Traditionsbetrieb eingesetzt wurde.                       
Zusammen mit drei anderen Wagen wählte man ihn für den Aufbau eines „Traditionszuges Nord“ aus. So gelangte er 1989 in einem desolaten, nicht einsatzfähigen Zustand nach Mecklenburg. Nach der Wende zerschlug sich das Projekt „Traditionszug Nord“, der Wagen wurde nicht mehr genutzt. Vom Eigentümer– dem „Verkehrsmuseum Dresden“ – erwarb 1994 der Verein „Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.“ das Fahrzeug als Leihgabe. Als Schrottwert wurden 800,- DM ermittelt. 
1995 begann der Wiederaufbau durch Mitglieder des Vereins. Die Restaurierung – besonders der Inneneinrichtung – geschah bewusst im Stile der späten fünfziger Jahre der DR, um an diese Epoche zu erinnern. Ehemalige Klein- und Privatbahnwagen mit diesem oder ähnlichem Aussehen waren in der DDR noch bis Anfang der siebziger Jahre auf Nebenbahnen anzutreffen.
Fachliche Unterstützung gewährten die Werke Schwerin und Malchin der DB AG. Alle anfallenden Kosten trug der Verein.
Der erste Einsatz des restaurierten Fahrzeuges war am 1. Mai 1996 im „Radegast-Express“ nach Rehna.