Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.











Privatbahnwagen  2. Klasse

Gattung: Bip

Baujahr: 1925

Fabrikant: Waggon- und Maschinenfabrik AG Bautzen vorm. Busch Bautzen


Länge über Puffer: 13.920 mm

Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h

Dienstmasse: 18.300 kg

Achsstand / Anzahl: 8.500 mm / 2

Platzangebot: 56 Sitzplätze in der 2. Klasse


geliefert an: Ruppiner Eisenbahn


Eigentümer: Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.


NVR: 75 80 24 - 29 358 - 4 D-EGP

nicht betriebsfähig

Dieses Fahrzeug ist zur Zeit nicht öffentlich ausgestellt und kann auf Anfrage besichtigt werden.


 Dieser Personenwagen wurde im Jahre 1925 von der „Waggon- und Maschinenfabrik AG vorm. Busch Bautzen“ für die „Ruppiner Eisenbahn“ gebaut und als Nummer 37 eingestellt. Er entstand unter Verwendung der Konstruktionsunterlagen des 1921 für die Deutsche Reichsbahn Gesellschaft (DRG) entwickelten 4. Klassewagen vom Typ Di 21 b. Abweichend zur DRG-Ausführung ist der  Waggon nur mit einer einlösigen Druckluftbremse ausgerüstet. Für die aufwendigere Kunze-Knorr-Bremse bestand auf den Flachlandstrecken der sonst modernen Privatbahn kein Bedarf.                       
Durch die Übernahme der „Ruppiner Eisenbahn“ kam 1949 das inzwischen zum 3. Klassewagen umgebaute Fahrzeug als 98 754 Berlin zur „Deutschen Reichsbahn“. Mit der späteren Zuordnung der Eisenbahnstrecken um Neuruppin zur Rbd Schwerin war hier die neue Heimat des Wagens. Ab 1958 lief er unter dem Namen 310-811 und mit Einführung der EDV wurde er unbenannt in 50 50 24-26 675-9. Sein Heimatbahnhof war fortan Schwerin (Meckl.) Hauptbahnhof. Nach Entfernung der Inneneinrichtung diente er ab 1977 zunächst als Materialkurswagen und dann als Domizil des Malers des Bahnbetriebswagenwerkes (Bww).                     
1992 erwarb der Verein „Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin“ e.V. den inzwischen heruntergekommenen Waggon. Fachkundige Mitglieder des Vereins arbeiteten unter Kontrolle Verantwortlicher des Bww Schwerin Laufwerk, Zug- und Stoßvorrichtung, Rahmen und Bremse entsprechend gültiger Vorschriften auf.

Die Restaurierung des Wagenkastens, einschließlich des Innenausbaus, wurde von der „ABS Parchim“ mit Förderung des Landes und der Bundesanstalt für Arbeit unter finanzieller Beteiligung des Vereins mit hoher Motivation in guter Qualität ausgeführt. Dabei konnten viele für die Wagengattung typische originale Ausrüstungsteile beschafft, aufgearbeitet und verwendet werden. In diesem  Zusammenhang sind besonders die statischen Luftsauger Wendler mit ihren langen Betätigungsstangen, die Messingfensterrahmen mit kleinen Handgriffen, die einteiligen Kippfenster der Toiletten, die Regulierungseinrichtung der Dampfheizung und die Lampen erwähnenswert.                       
Durch den Einbau von, nach Originalunterlagen gefertigten, hölzernen Gepäckablagen und Sitzbänken der Berliner S-Bahn mit niedrigen Rückenlehnen, kommt die Innenansicht dem ursprünglichen Aussehen nahe.                       
Die feierliche Übergabe des Wagens an den Verein erfolgte am 16. Januar 1997 in Parchim.