Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.










Reisezugwagen 2. Klasse


Gattung: Bi

Baujahr: 1900

Fabrikant: Sächsische Waggonfabrik Werdau


Länge über Puffer: 10.640 mm

Höchstgeschwindigkeit:

60 km/h

Dienstmasse: 13.000 kg

Achsstand / Anzahl:
5.000 mm / 2

Platzangebot: 44 Sitzplätze in der 2. Klasse


geliefert an: Königlich Sächsische Staats-Eisenbahn


Eigentümer: Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.


NVR: 75 80 24 - 29 360 - 0 D-EGP

nicht betriebsfähig

Dieses Fahrzeug ist zur Zeit nicht öffentlich ausgestellt und kann auf Anfrage besichtigt werden.


Dieser Wagen wurde im Jahr 1900 von der „Sächsischen Waggonfabrik Werdau“ gebaut. Er ist identisch mit der Serie von Fahrzeugen, die ab 1898 von der „Königlichen Sächsischen Staatseisenbahn“ beschafft worden sind. Bei der Deutschen Reichsbahn bezeichnete man den Typ als Ci Sa 98.                       
Über den Verbleib des Wagens vor dem Jahr 1958 konnte man nichts in Erfahrung bringen. Experten für Wagengeschichte mutmaßen, dass er nach 1918 als Reparationsleistung ins Ausland ging und im 2. Weltkrieg zurück nach Deutschland kam. Im Jahr 1958 erhielt er bei der DR die Bezeichnung 310-417. Die Gruppennummer 310 bekamen die Personenwagen, die von ehemaligen Privatbahnen übernommen wurden. Als Heimatbahnhöfe ist Zittau/Sachs. und bis zum Jahr 1967 Salzwedel/Altm.    bekannt. Von Salzwedel verschlug es den Wagen in das ehemalige Bahnbetriebswerk Berlin-Lichtenberg. Hier wurde er als Büro für den Aussenlokleiter benutzt.                       
Nach der politischen Wende 1989 stand der Wagen nutzlos herum. Durch das undichte Dach und den defekten Fenstern drang Feuchtigkeit ein. Der Wagen litt durch diese äußeren Einflüsse immer mehr und verrottete zusehens. Vereinsmitglieder der „Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin“ e.V. entdeckten den Wagen und bemühten sich um diesen. Der Verein hatte Erfolg und holte das Fahrzeug nach Schwerin. Im Jahre 2000 konnte der Wagen durch eine AB-Maßnahme durch die „Zukunftswerkstatt Schwerin“ e.V. wieder originalgetreu restauriert werden. Die Aufarbeitung des Wagens war wegen des  desolaten Zustandes sehr schwierig. Grosse Teile des Eichenholzwagenkastens und die Beblechung mussten erneuert, eine fehlende Eingangstür ersetzt und die Holzbänke neu gebaut werden. Die gesamte elektrische Anlage mit Lichtmaschine, Batterie, Lichtmaschinenregler und Innenbeleuchtung beschaffte der Verein. Um bei der Restaurierung möglichst originalgetreu zu bleiben, sind die Lampen und Notbremszüge sächsische Herkunft.                       
Eine Förderung erfuhr das Projekt durch die „Bundesanstalt für Arbeit“ und die Landeshauptstadt Schwerin. Die Fertigstellung des Wagens erfolgte im Frühjahr 2001. Die ersten Einsätze des Wagens erfolgten im historischen Schweriner Personenzug. Weitere Einsätze fanden im östlichen Gebiet von Schleswig-Holstein und an der Ostseeküste von Mecklenburg statt.