Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.











Privatbahnwagen 2. Klasse


Gattung: Bip

Baujahr: 1897

Fabrikant: Lausitzer Eisenbahn AG (Eigenbau)


Länge über Puffer: 11.900 mm

Höchstgeschwindigkeit:

75 km/h

Dienstmasse: 14.700 kg

Achsstand / Anzahl:

6.000 mm / 2

Platzangebot: 41 Sitzplätze in der 2. Klasse


geliefert an: Lausitzer Eisenbahn AG


Eigentümer: Verkehrsmuseum Dresden - Leihgabe


NVR: 75 80 24 - 29 359 - 2 D-EGP

nicht betriebsfähig

Dieses Fahrzeug ist zur Zeit nicht öffentlich ausgestellt und kann auf Anfrage besichtigt werden.


Dieser Wagen wurde von der „Lausitzer Eisenbahn“ (LEAG) beschafft und auf der Strecke Muskau – Teuplitz und seinem Heimatbahnhof Sommerfeld eingesetzt. Er führte die 1., 2. und 3. Wagenklasse. Als Baujahr ist 1897 unter der Bezeichnung LEAG 449 angegeben. Hierbei kann es sich jedoch nur um einen Neuaufbau unter Verwendung eines alten Fahrgestells handeln, da die Längsträger noch aus Doppel-T-Profilen bestehen, die schon 1885 im Waggonbau durch U-Profile abgelöst worden waren.
Die LEAG ist am 1. Oktober 1938 von der Deutschen Reichsbahn übernommen worden. Das Fahrzeug erhielt bei der DR die Nummer 32 041 in zweiter Besetzung. Es erfolgte der Einbau einer modernen mehrlösigen Bremse. Durch die Abtretung der Gebiete jenseits der Oder an Polen wurde Falkenberg (Elster) der neue Heimatbahnhof des Wagens. Die ehemalige 3. Wagenklasse entfiel.                       
In den fünfziger Jahren modernisierte die DR die Inneneinrichtung. Der Wagen bekam Hartpolsterbänke, Aluminiumgepäckablagen und neue Lampen. Nach dem Umzeichnungsplan von 1959 erhielt er die Nummer 310-441.                       
Am 3. Oktober 1972 mietete die NVA den Waggon für das Pionierregiment in Waldrehna an. Nachdem er dort nicht mehr benötigt wurde, gelangte er 1978 nach Thüringen. Eigentümer war inzwischen das „Verkehrsmuseum Dresden“. Bis 1987 erfolgte der Einsatz im Traditionsbetrieb zwischen Erfurt – Erfurt West. Zum Aufbau eines Nostalgiezuges kam er 1989 nach Mecklenburg. Der Wagen befand sich in einem äußerst maroden Zustand, als der Verein „Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin“ e.V. ihn 1994 vom „Verkehrsmuseum Dresden“ als Leihgabe erwarb.                       
Ab dem 1. Mai 1996 erfolgte der Wiederaufbau des Fahrzeuges im Rahmen eines Jugendprojektes mit Fördermitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Bundesanstalt für Arbeit, realisiert durch „Protech Schwerin“ e.V. unter Einbeziehung des Berufsförderungswerkes (Bfw).                       
Die beteiligten ABM-Kräfte mussten den gesamten Wagenkasten erneuern. Nur das Dach war noch verwendbar. Mit großem Engagement und Ideenreichtum, unter komplizierten Arbeitsbedingungen, auch im Winter im Freien, gelang es, diesen interessanten Wagen einer ehemals ostdeutschen Privatbahn in guter Qualität zu restaurieren. Fachliche Anleitung gewährten Mitglieder der „Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin“ e.V., die auch historische Teile wie Lampen, Notbremszüge, Gepäcknetze und Holzbänke beschafften.