Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.




 

Güterzugtenderlokomotive: 89 008

 


Fabriknummer: 23583

Baujahr: 1937

Fabrikant: Henschel & Sohn, Kassel


Bauart: C h2

Länge über Puffer: 9.600 mm

Gattung: Gt 33.15

Dienstmasse: 45 t

Leistung: 525 PSi

Feuerungsart: Rostfeuerung

Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h


Treib- und Kuppelraddurchmesser: 1.100 mm


Laufraddurchmesser vorne / hinten: --- / ---


Indienststellung: 28.01.1938

erste Beheimatung: Bahnbetriebswerk Berlin Tempelhof Vbf

Z-Stellung: 15.10.1965

letzte Beheimatung: Bahnbetriebswerk Dresden Altstadt

Eigentümer: Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.

nicht betriebsfähig

 

Dieses Fahrzeug kann in der Fahrzeughalle des Museums besichtigt werden.

 


Die Firmen BMAG und Henschel in Wildau bzw. Kassel erhielten 1933 von der Deutschen-Reichsbahn-Gesellschaft den Auftrag zum Bau von sechs leichten Rangierlokomotiven der Baureihe 89.0 nach vorgegebenen Parametern.
1934 lieferte die BMAG drei Nassdampflokomotiven (89 001 bis 89 003) und Henschel drei Heißdampflokomotiven (89 004 bis 89 006) aus. Da die Heißdampfvariante im Betrieb wirtschaftlicher war, erfolgte bei Henschel 1937 eine Nachbestellung von vier Lokomotiven, die 1938 geliefert wurden.                       
Die Lok 89 008 war während ihrer aktiven Zeit nur in zwei Bahnbetriebswerken beheimatet. Die  Bücher weisen einen Einsatz in Berlin-Gesundbrunnen (28.01.1938 – 14.11.1947) und Dresden-Altstadt  (15.11.1947 – 19.06.1968) aus. Die durch Fliegerbeschuss im II. Weltkrieg beschädigte Maschine stand in Dresden erst nach einer Generalreparatur in Blankenburg (Harz) 1954 wieder betriebsbereit zur Verfügung.

Nach der Ausmusterung erschien die Lokomotive 1971 im Verzeichnis des Verkehrsmuseum Dresden als  technisches Denkmal und verschwand daraus auch wieder. Rostocker Modellbahnfreunde interessierten   sich für das in Großenhain abgestellte Fahrzeug und sammelten als Bedingung für den Erwerb Schrott.                       
1990 fand in Schwerin der letzte Verbandstag des Modellbahn-verbandes der DDR (DMV) statt, dort stellte man die Lokomotive aus. Mit der DDR verschwand auch der DMV. Die Deutsche Reichsbahn blieb  Eigentümer der Lokomotive. Mitglieder des gemeinnützigen Vereines „Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin“ begannen mit der Restaurierung des inzwischen beschädigten und auch äußerlich unansehnlich gewordenen Fahrzeuges und erwarben es 1992.                       
Heute ist die kleine Lokomotive, die 1937 nach modernen Gesichtspunkten in Schweißkonstruktion hergestellt wurde, als Unikat ein wertvolles Exponat der Ausstellung. Dem Schicksal ihrer Schwestern, 1947 als Reparationsleistung abtransportiert zu werden, entging sie nur durch die Beschädigung im II. Weltkrieg.