Mecklenburgisches Eisenbahn und Technik Museum
Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin e.V.



 

Schnellzuglokomotive

 

Fabriknummer: 15842

Baujahr / Rekonstruktion: 1940 / 1965

Fabrikant: Krauß & Comp. J.A. Maffei, München-Allach

                   Raw Meiningen (Rekonstruktion)


Bauart: 2' C 1' h3

Länge über Puffer: 23.905 mm

Gattung: S 36.18

Dienstmasse: 169 t

Leistung: 2.434 PSi

Feuerungsart: Ölhauptfeuerung

Höchstgeschwindigkeit:    
140 km/h (50 km/h Tender voraus)


Treib- und Kuppelraddurchmesser:      
2.000 mm


Laufraddurchmesser vorne / hinten: 1.000 mm / 1.250 mm


Indienststellung: 21.10.1940

erste Beheimatung: Bahnbetriebswerk Linz

Z-Stellung: 1979

letzte Beheimatung: Bahnbetriebswerk Stralsund

Eigentümer:       DB Museum Nürnberg - Leihgabe

nicht betriebsfähig

 

Dieses Fahrzeug kann in der Fahrzeughalle des Museums besichtigt werden.

 


Zur Beförderung schnellfahrender Züge auf Strecken bis 18 t Achslast beschaffte die Deutsche Reichsbahn (DR) ab 1939 die dreizylindrige Stromlinienlok der Baureihe 03.10. Verschiedene Hersteller lieferten insgesamt 60 Fahrzeuge.                       
Die Lok 03 1090 übergab die Firma Krauss-Maffei im Oktober 1940 an die DR, die sie im Bahnbetriebswerk (Bw) Linz stationierte. Im österreichischen Bergland bewährte sich die hochrädrige Baureihe nicht. Neues Einsatzbahnbetriebswerk wurde 1942 Posen Hauptbahnhof. Vor der heranrückenden Roten Armee brachte man die Lokomotive in Sicherheit, doch durch Fliegerbeschuss beschädigt, endete die Fahrt 1945 in Neubrandenburg. Erst 1948 konnten die  Kriegsschäden in Halle (Saale) behoben werden.                       
Nach Einsätzen durch die Bw’s Leipzig West sowie Halle P und ohne die Stromlinienschale wurde das Fahrzeug von Juni 1957 bis zur Abstellung 1979 vom Bw Stralsund betrieben. Der Einsatz erfolgte hauptsächlich im Schnellzugdienst zwischen Saßnitz und Berlin. Wegen notwendiger Kesselerneuerung erfolgte 1959 eine Rekonstruktion, 1969 der Umbau auf Ölhauptfeuerung und 1970 die Umzeichnung in 03 0090-5 nach EDV-Norm. 
Dass die Lokomotive nach der Abstellung 1979 nicht entsprechend der Losung „Max braucht Schrott“  den Weg des alten Eisens fand, ist der Zivilcourage engagierter Stralsunder Eisenbahner zu verdanken, die den 170 t schweren und 24 m langen Koloss mehrmals auf abenteuerliche  Weise „versteckten“.                       
Als die Lokomotive wieder gezeigt werden konnte, erfreute sie auf vielen Veranstaltungen eine große  Fangemeinde. Die Betreuung übernahm die Gruppe „Historische Triebfahrzeuge Stralsund“ des  Bahnsozialwerkes. Wiederholt konnten potentielle Kaufinteressenten abgewiesen werden.                       
In Verwaltung des DB-Museums Nürnberg wurde die Lokomotive nach Auflassung des Stralsunder  Standortes 2001 nach Schwerin verfügt. Durch Leihvertrag ist der Verein „Mecklenburgische Eisenbahnfreunde Schwerin“ e.V. Besitzer der Lokomotive. Ein Eintrag in die Denkmalsliste der Unteren Denkmalsbehörde sichert den Verbleib in Mecklenburg-Vorpommern. Als Museumslokomotive trägt die Maschine wieder die ursprüngliche Bezeichnung 03 1090.